Sehr geehrter Herr Vorsitzender Moll,
lieber Uli,
meine lieben Mitglieder der Riesengebirgs-Trachtengruppe, sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude habe ich die Einladung zu eurem großartigen Jubiläum erhalten. Und 75 Jahre Tradition sind es wert, dass sie gefeiert wird. Doch leider hatte ich zuvor bereits eine andere Verpflichtung angenommen, so dass ich leider nicht persönlich dabei sein kann.

Daher gratuliere ich als Präsident des Deutschen Europeade Komitees, wie auch als Präsident des Internationalen Europeade Komitees auf diesem Weg der RTG ganz herzlich zu ihrem Jubiläum über die beiden Stellvertreter, wobei ein Stellvertreter im Deutschen Komitee mein Freund Uli Moll ist.

Selbst werbt ihr mit 75 Jahren „Heimat im Herzen“. Was ich auch sehr nachvollziehen kann. Denn Flucht und Vertreibung haben nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg vielen Menschen die Heimat genommen. Als Heimat bezeichnen wir den Ort oder die Region, wo wir geboren und aufgewachsen sind. Oder wo wir Menschen uns durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlen. Heimat ist eine emotionale Verbindung, die Geborgenheit, Vertrautheit und Identität stiftet. Häufig wird Heimat heute subjektiv als Ort der Zugehörigkeit, Familie oder Erinnerung definiert.

Ein Teil der Heimat für die Riesengebirgs-Trachtengruppe ist die jährliche Teilnahme an der Europeade. Denn ohne die RTG würde ein wichtiger Verein bei der Europeade fehlen. Ihr seid Schlesier, aber habt euch in Bayern, besonders als Mitglied im Trachtengau München und Umgebung eine neue Heimat aufgebaut. Trotzdem aber nie die Heimat Schlesien verleugnet, die ihr nach der Wiedervereinigung ab 1990 wieder besuchen konntet. Mit all euren Aktivitäten seid ihr eine großartige Trachtengruppe, die unser Ziel, dass Europa der Regionen mit ganzer Kraft verkörpert. Denn wenn wir Europa sehen, so sehen wir überwiegend die Institutionen. Doch halte ich die Menschen in den Regionen Europas für das Wertvollste, was es überhaupt gibt. Europa ist eine Initiative, deren Bedeutung leider viel zu häufig in die Kritik gerät. Für mich als Präsident des Internationalen Europeade Komitees ist unser Ursprung die großartige Idee, dass sich die Menschen in Europa in den 60er Jahren mit dem Angebot der Europeade nach viel Elend durch Flucht und Vertreibung auf den Weg machten, das friedliche Zusammenleben der Völker Europas zu fördern. Dies geschah zunächst durch die Jugend Europas, die sich zu Beginn an einem Wochenende im Jahr in einer jeweils anderen europäischen Stadt trafen und ihre Freundschaft pflegten. Heute sind die Jugendlichen der Europeade zwischen wenigen Wochen bis fast 100-jährigen Teilnehmern, die sich nun an fünf Tagen treffen und ihre Freundschaft pflegen. Die Europeade ist daher eine über 60-jährige Friedensbewegung, die heute wichtiger denn je ist. Denn leider gewinnt der Nationalismus in einigen Ländern Europas an Bedeutung.

Ja, wir dürfen alle stolz auf unsere Nationalität sein. Doch liegt unsere Heimat in einer der Regionen Europas. Daher ist und bleibt es wichtig, dass wir uns bewusst bleiben, dass wir unsere kulturellen Besonderheiten aus und in den Regionen Europas weiterhin pflegen. Gleichzeitig aber zeigen, dass wir unsere freundschaftlichen Verbindungen weiter pflegen und ausbauen. Denn nur so gewinnen wir alle, und wir können weiterhin in Wohlstand und Frieden leben.

In diesem Sinne wünsche ich dem Jubiläum einen guten Verlauf. Genießt unsere Freundschaft in Frieden und Freiheit. Und bitte lasst uns alle gemeinsam weiter an unserem europäischen Haus der Regionen arbeiten. Ich liebe das Europa der Regionen. Ich freue mich auf viele weitere Begegnungen mit den Menschen in Europa.

Herzlichen Dank der Riesengebirgs-Trachtengruppe für eure Arbeit von nun 75 Jahren für die Freundschaft der Menschen. Bitte macht weiter so!

Euer

Rüdiger Heß

Präsident